Take fives
Die fünf steht für Taizé, Text, Talk, Tea & Time. Nun schon seit einiger Zeit treffen sich junge Menschen von 18 bis 35 Jahren unserer Gemeinde zusammen mit unserer Pfarrerin, um ein Stück Taizé in Basel zu entdecken. Mittlerweile gibt es schon Stammgäste, aber auch solche, die erst mal rein schnuppern möchten.
„Ich wollte mich in der Jugendarbeit einbringen“ sagt eine von ihnen - die Münchnerin hat das schon in ihrer Heimatstadt gemacht, andere schätzen den Austausch mit Gleichgesinnten.
Doch zuerst geht es hinunter in die Kapelle. Dort stehen auf gewebten Teppichen kleine Bänkchen, und manche sitzen wie beim Yoga darauf. In der nur von Kerzen erleuchteten Kapelle breitet sich Stille aus, und es wird auch in einem selbst ruhig. Dann beginnt mit dem ersten Lied, auf finnisch und nicht auf französisch, wie man erwarten würde, das Singen. „Herr erleuchte mich“ ist die deutsche Übersetzung, die wir viele Male wiederholen, um dann zur Stille zurückzukehren. Das nächste Lied ist auf englisch, und spricht von „ The Kingdom of God“. Die meisten Lieder im Gesangbuch von Taizé sind übrigens in englisch, dicht gefolgt von französisch. Von Arabisch über Hindi bis Zulu reichen die Sprachen, von den 50 verschiedenen sind auch unbekannte Sprachen wie Euskara oder Wolof dabei.
Nach einem Psalm, der wechselnd von der Gruppe und Janina Glienicke gesprochen wird, folgt das erste der typischen Taizèlieder, mit einer leicht melancholischen und eindrücklich schönen Melodie.

Nach der Lesung der Apostelgeschichte kehrt wieder Stille ein. Einige knien fast mit dem Gesicht auf dem Boden für ein kurzes Gebet. Dann wird gemeinsam das „ Vater, Mutter unser“ gesprochen. Nach dem Segen in traditioneller Form folgen zwei weitere Lieder, das niederländische „ledere nacht verlang ik naar u, o god“ (Meine Seele sucht in der Nacht) begleitet uns in den Abend.
Wir gehen ein Stockwerk höher und nehmen auf dem bequemen, roten Ledersofas Platz, auf den Tischen zwischen uns stehen Teetassen und Kannen, es gibt sogar Cookies. Die schönen Lutherbibeln mit der bunten Lutüherrose der Sonderausgabe von 2017 liegen aus. Jeder nimmt sich eine, es wird weiter reihum aus der Apostelgeschichte gelesen. Die Stehlampen spenden dabei warmes, gelbes Licht, durch die Fenster dringt das frühsommerliche, satte Grün der Bäume.
In Stichworten oder Satzfragmenten geben nun alle ihre Eindrücke zum Text wieder, auch Fragen werden gestellt. Die Stimmung ist nachdenklich, manchmal von Lachen unterbrochen. Dann entspinnt sich allmählich ein Gespräch, Textstellen werden hinterfragt, die Antworten werden beim Reden miteinander gesucht. Die Fragen dringen tiefer, verlassen die Bibelstelle, wenden sich anderen Themen zu, gesellschaftlichen beispielsweise. Nun geht es um persönliche Erfahrungen, wie das denn eigentlich ist, Botschafter Gottes zu sein. Zwei berichten von ihren Erfahrungen am Arbeitsplatz und unter Freunden, Gesprächen, die sich ergaben.
„Was ist Glaube? Wie kann man glauben?“ Was sagt man auf solche Fragen? Auch darauf werden Antworten gesucht, das scheint alle zu verbinden.
Das fünfte Mal hat heute Take V stattgefunden. Alle vier Wochen kommen sie zusammen. Aus einer gemeinsamen Taizéreise entstanden die Treffen und die Reise ist noch lange nicht zu Ende.
Annekatrin Kaps